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un steht es fest: Am 28. Juli2009 geht es los. 8.30 Uhr wird das Flugzeug in Bremen starten und mich über Frankfurt und Caracas nach Lima bringen, wo ich 17.30 Uhr Ortszeit ankommen werde. Ich bin gespannt!!!

...und nun gibt es prompt die ersten Zeilen über die Reise. Den Flug habe ich gut überstanden, trotz Flugangst, vor allem beim ersten Flug zwischen Bremen und Frankfurt, und langem Flug nach Caracas. Mit etwa 2 Stunden Verspätung landete das Flugzeug in Lima in Peru und die Spanischkenntnisse waren das erste Mal gefragt...aber Annette und ich erreichten gegen 23 Uhr Ortszeit im Hostal "Iquique". Am nächsten Tag schauten wir uns ein wenig in Lima um und wurden von viel Verkehr, Lärm und Schmutz ein wenig erschlagen. Im Stadtzentrum angekommen, gingen wir ins Monasteria de San Francisco, welches berühmt für seine Katakomben und bedeutende Bibliothek ist.

Schon einen Tag später, am 30. August, machten wir uns auf den Weg nach Huacachina, einer Oase, die von riesigen Sanddünen umgeben ist. Natürlich nahmen wir DAS Fortbewegungsmittel in Südamerika, den Bus. Nach vier Stunden Fahrt landeten wir in Ica und fuhren von dort aus mit einem Taxi nach Huacachina, wo wir in einem Hostal unterkamen. Die nächsten beiden Tage verbrachten wir mit Wandern auf den Dünen, Boarden von den Dünen herunter und Sonnenuntergänge schauen.

Nun verließen wir unsere Oase auch schon wieder und am 31.07.2009 gegen Abend ging es weiter mit dem Bus nach Arequipa...mit eineinhalb Stunden Verspätung. Das war unsere erste Nachtfahrt, die wir ausgerüstet mit dem Schlafsack antraten. Irgendwann mitten in der Nacht hielten wir in einem Hinterhof und wurden alle aus dem Bus gescheucht. In einem großen Saal mit einem Tresen zum Zahlen und einer Essensausgabestelle hatten wir die Möglichkeit, einen Mitternachtssnack einzunehmen...was wir auch taten. Ruckzuck war die gesamte Busgesellschaft mit Essen versorgt und eine halbe Stunde später ging es auch schon weiter.

Kaum in Arequipa angekommen, hatten wir auch schon den nächsten Bus im Blick und rannten gemeinsam mit dem Mann vom Schalter quer durch den gesamten Busbahnhof, der die Atmosphäre eines Flughafens hatte. Karte gekauft, Busbahnhofsgebühr bezahlt, Gepäck aufgegeben...und der Bus fuhr los Richtung Puno am Titicacasee.

Dort angekommen, hatte unser Wunschhostal kein Zimmer, aber mit dem Taxifahrer war es kein Problem, ein Hostal zu finden und so zogen wir im Dorado im vierten Stock ein. Dort verbrachten wir nur eine Nacht, da es mitten an der Hauptstraße lag und wir später noch das Hostal La Casa del Abuelo entdeckten und uns dort für weitere 4 Nächte einquartierten. Hier packten wir auch das erste Mal unsere Rucksäcke aus...und starteten kleine Ausflüge in die Umgebung. Der Titicacasee liegt auf einer Höhe von 3820m, ist 230km lang und 97km breit.

                                                                                                                                                                                       

Unser erster Ausflug brachte uns zu den Islas Flotantes, den schwimmenden Inseln der Uros. Diese Inseln werden gebaut, indem immer wieder neue Schichten des schwimmenden Schilfs totora aufeinander gehäuft werden. Der Beginn der Inseln wird auf die Zeit datiert, in der die Uros vor den kriegerischen Collas und den Inka flüchteten. Auf einer Insel leben 4 bis 8 Familien, die fast alles aus Schilf herstellen.

         

Der nächste Ausflug führte uns nach Chucuito, ein Dorf, etwa 20 km südöstlich von Puno. Dorthin fuhren wir das erste Mal mit einem Colectivo. Eine Weile dauerte es scchon, bis wir den Abfahrtsort fanden, aber dann saßen wir mit vielen anderen Leuten in einem der kleinen Minibusse und fuhren für einen Peso nach Chucuito. Dort angekommen, wollten wir die Hauptattraktion des Ortes, den Templo de la Fertilidad, anschauen. Zu sehen sein sollten lauter vertsreute und verstaubte Steinphalli, aber wir sahen nur eine Art Sportplatz, der eingezäunt war...und entschieden, doch lieber den Mirador zu finden und den Ausblick auf den See zu genießen. So wanderten wir los...und wanderten...und wanderten...auf fast 4000m Höhe eine ziemliche Mühe. Der Ausblick auf den See und die Umgebung war gigantisch. Und nach dem anstrengenden Wandern gönnten wir uns eine Pause auf dem Dorfplatz mit seinen zurechtgeschnittenen Bäumen.

  

Am nächsten Tag war ein wenig Geschichte angesagt. Wir fuhren nach Sillustani, diesmal mit dem Taxi. Unser Fahrer hieß Miguel und war sehr gesprächig. Trotz unserer wenigen Worte Spanisch, die wir sprachen, verstanden wir sehr viel von dem, was er erklärte...und unsere Sprachkenntnisse erweiterten sich enorm. Auf dem Weg nach Sillustani hielten wir bei einer Familie, die in einem alten Haus, das aus Lehmziegeln gebaut war, lebte. Dort durften wir ein wenig schauen und fragen, wurden mit der Umgrabetechnik auf den Feldern bekannt gemacht und den einzelnen Korn- und Kartoffelsorten, probierten heiße Kartoffeln mit einer Soße, die nur aus Lehm und Wasser bestand, sahen die Meerschweinchen, die zum Essen gezüchtet wurden und bestaunten die Fingerfertigkeit der Frau und der älteren Tochter, die Stricksachen herstellten.

      

Und dann ging es auch schon weiter...zu einer Halbinsel am Umayusee, auf der die Ruinen der Grabtürme ( chullpas ) des alten Volkes der Colla zu finden sind. Vor einer atemberaubenden Landschaftskulisse errichtete dieser kriegerische Stamm aus Steinblöcken diese Türme, die eine Höhe von bis zu 12m erreichten. Da erwachte so ein wenig das Archäologenfieber in mir, denn auf dem Gelände lagen doch noch prompt Scherben herum. Unser Begleiter auf diesem Stück Land war ein Hund, der sich wohl sehr gut dort auskannte und uns den Weg wies.

                                                                                                                                            

Wir konnten uns nicht vom Titicacasee trennen und beschlossen, auf die Isla Del Sol, dem Erschaffungsort der Inkas, zu fahren. Dazu mussten wir Peru verlassen und nach Bolivien einreisen, was mit einer spektakulären Busfahrt (Abhänge nach oben und unten, Fährübersetzung) verbunden war. Die Einreise nach Bolivien war gut organisiert und nun wird mein Pass durch ein bolivianisches Visum geziert. Copacabana erreichten wir recht schnell und waren froh, es wieder verlassen zu können. Eine eineinhalbstündige Bootsfahrt brachte uns zur Insel, mitten über den "richtigen" Titicacasee (Puno war echt nur ein kleiner Ausschnitt). Auf der Insel angekommen, ging es mit dem schweren Rucksack die steile Escalera del Inca ( Inkatreppe) hinauf auf den Berg, auf dem die Häuser des Ortes Yumani verstreut waren. Dort erwischten wir ein Hostal mit spektakulärem Ausblick auf den See und die schneebedeckten Gipfel der Cordillera Real. Von dort aus starteten wir mehrere Wanderungen: auf den zweithöchsten Berg der Insel mit 4065m, zum Chincana-Komplex im Norden der Insel (Hier ist der heilige Felsen, an dem sich der bärtige weiße Gott Viracocha und die ertsen Inka, Manco Capac und seine Schwestergemahlin Mama Huaca begegnet sind.). Immer wieder begegneten wir wunderschönen Landschaften und genossen einzigartige Ausblicke auf den See.

                                                                                                                                                                                                

                           

Nachdem wir herrliche Tage auf der Isla del Sol verbracht hatten, ließen wir uns wieder mit dem Schiff aufs Festland fahren, wo wir ganz schnell und unkompliziert einen Bus nach La Paz nehmen konnten...und der erste Anblick war atemberaubend. La Paz liegt auf einer Höhe von 3600m und die Häuser der Stad schmiegen sich an die sie umgebenden Berghänge.

     

Wir nutzten unsere Zeit für einen kleinen Einblick in die Stadt und den Besuch des Museo de Instrumentos Musicales, des Museo de la Coca und des Museo Nacional del Arte, wir schauten dem Menschen- und Taubentreiben auf dem Plaza Pedro D. Murillo zu und natürlich warfen wir auch einen Blick auf den Mercado de los Brujos, dem Hexenmarkt. Dort findet man Ausgefallenes und Kurioses, beispielsweise getrocknete Lamaföten, die die Einheimischen unter  ihren Türschwellen neuer Häuser vergraben, um sich Glück und Wohlstand zu sichern ( aber die Tauben leben ).

          

In La Paz hielt es uns dann aber doch nur den einen Tag und am nächsten Abend fuhren wir schon weiter in Richtung Süden, nach Uyuni...und die Busfahrt war echt heftig. An das viele Sitzen hatten wir uns ja schon ein wenig gewöhnt und auch, dass wir besser den Schlafsack dabei haben, aber als dann irgendwann die Scheiben von Innen zufroren...Und so kamen wir morgens gegen 6 Uhr im Dunkeln mitten in Uyuni an, wo wir das Glück hatten, gleich um die Ecke ein Hostel zu finden.

Nach ein wenig Schlaf...und der Sonne des Tages machten wir uns auf den Weg, um ein Reiseunternehmen zu finden, mit dem wir die so angepriesene Uyunitour machen könnten...und es gab unendlich viele. Irgendwann entschieden wir uns für Crystal Travel und schon am nächsten Tag konnte es losgehen. Mit zwei Französinen saßen wir erstmal im Jeep...und nach dem errsten Stop war unser Fahrer samt Auto verschwunden ( und das sollte nicht das einzige Mal an diesem Tag bleiben, denn am Abend ließ er uns für den Sonnenuntergang in der Salzwüste mit dem Hinweis stehen, dass er nach 15 min wieder da sei...aber das war dann mehr als eine Stunde...es war dunkel und wurde kalt...und wir waren etwa 1 1/2h vom nächsten Ort entfernt ), tauchte aber irgendwann mit einem Brasilaner und einer Brasilianerin wieder am Lokomotivenfriedhof auf. Von dort ging es weiter in die Salzwüste...

           Ojitos del sal ( Salzäuglein - Salzquellen )                                                           Experimente mit der Weite   

Das Laufen in der Salzwüste erinnerte mich an das Laufen im harten Schnee, es machte genau solch ein Geräusch. Nun ging es an die Suche einer Unterkunft. Da die Unternehmen nie wissen, wie viele Leute unterwegs sind, wird natürlich nichts vorgebucht und so fuhren wir hin und her, um eine Übernachtung zu finden ( Ja, es kam auch schon vor, dass Touristen im Jeep schlafen mussten )...und ich sah das erste Mal Flamingos in freier Wildbahn. Wow!!! Nach besagtem Sonnenuntergang fanden wir uns in einem kleinen Dorf wieder, in einem Haus mit zwei Dreibettzimmern... und wärmten unsere Hände an einer Tasse mit leckerer Suppe. Am nächsten Morgen ging es relativ zügig weiter zum Vulkan Tunupa ( 5432m ), in dessen Hängen sich eine Höhle mit 3000 Jahre alten Mumien befindet.

                           Isla de los Pescadores ( eine Insel im Salar de Uyuni mit gigantischen Kakteen ... und unserer Reisegruppe ;-) )

Nun ging es weiter von Lagune zu Lagune...und die Anzahl der Flamingos wurde immer größer. Sie schwammen, tauchten die Köpfe unter, flogen ab und landeten, bildeten kleine Gruppen,...es machte richtig Freude, sie dabei zu beobachten.

                     

Weitere Eindrücke der Fahrt:

     

      

    

Das war echt eine ziemlich beeindruckende Tour, die eine Vielfalt von Landschaftsformen barg, Temperaturunterschiede von etwa 35 Grad mit sich brachte ( an den Vulkanen hatten wir fast minus 20 Grad ), mich das erste Mal freie Flamingos sehen ließ, einen noch aktiven Vulkan in der Ferne zeigte, einen Einblick in die Desierto de Dalí gab, mich in die Weite der Salzwüste blicken ließ...und in einen Milchstraßenhimmel.

Annette und ich wurden an der Grenze zu Chile abgesetzt, wo schon ein kleiner Bus stand, der uns und andere nach San Pedro de Atacama in Chile brachte. Die letzten vier Tage waren wir einfach quer durch die Landschaft gefahren und kaum erreichten wir Chile, war da plötzlich eine Straße. Die Einreise war echt gut organisiert und nach den üblichen Formalitäten undeiner Taschenkontrolle landeten wir mitten im Zentrum der Oasenstadt. Wir schauten uns nach einem Hostal um und quartierten uns im La Ruca ein...in einem Zimmer mit heißer Dusche. Von hier aus machten wir Ausflüge in die Gegend...ohne Reiseführer...und genossen die Wärme der Wüstensonne am Tag.   

Ein Ausflug führte uns ins Valle De La Muerte, ins Todestal. Zu Fuß verließen wir San Pedro de Atacama, verließen die Oase und erreichten einen schmalen Eingang ins Tal. Dort führte ein Weg mitten durch die Gesteine, Felsgebilde und auch Sanddünen. Die Sonne brannte von oben ( und es war Winter ) und wir bekamen einen kleinen Eindruck, woher es seinen Namen hatte. Irgendwann erreichten wir eine Stelle, an der uns der Wind fast aufgehalten hätte, aber mit einem Tuch über dem Gesicht und an den Händen gefasst, meisterten wir diese Enge und hatten von dort einen wunderbaren Blick auf das gesamte Tal.

                        

An einem Morgen machten wir uns auf nach Toconao, nicht ohne vorher das gut aufgebaute und gestaltete Museum San Pedros zu besuchen, das einen Einblick in die Geschichte der Oase und ihrer Umgebung gab. Ein Bus brachte uns nach Toconao, einem Ort, etwa 30 Minuten entfernt, dessen Tal, das Valle de Jere, einen Ruf besonderer Schönheit hatte. Der Ort selbst bestand aus einem schönen kleinen Park mit einer weißen Kirche und den Häusern herum. Nach einem kleinen Fußweg erreichten wir das Tal, das seine Fruchtbarkeit dem Fluss, eher dem Flüsschen, verdankt. Auf beiden Seiten waren Gärten angelegt, die mit etwas Fantasie das Bild einer üppigen Oase aufkommen ließen...aber es war ja Winter.

         

Ein weiterer Ausflug führte uns mit Fahrrädern nach Aldea de Tulor, einem Dorf, das von den Atacameños um 800 errichtet wurde. In diesem Dorf wohnten etwa 200 Menschen, die von der Landwirtschaft lebten. Archäologen machten hier Ausgrabungen, aber ein großer Teil der Anlage liegt immer noch oder schon wieder unter dem Sand begraben.

    

...und hier nun ein erster Blick auf Santiago. Nach einer 24 stündigen Busfahrt von San Pedro de Atacama erreichten wir am frühen Morgen des 22. Augusts Santiago, nahmen uns ein Taxi und waren schon gegen halb 9 im Stadtteil Independencia, wo wir unser Quartier für die nächste Zeit bezogen. Zum Ankommen blieb uns nur wenig Zeit, da Pedro und Alexandra, die Vermieter, uns gleich zu einem Frühstück mit Familienanhang einluden...und da bekamen wir das erste Mal einen Eindruck vom chilenischen Spanisch...schnell, undeutlich und mit Chilenismen gespickt. Danach machte Pedro gleich eine erste Stadtführung mit uns und zeigte uns den Mercado Central, einem riesigen Meeresfrüchte-, Obst- und Gemüse- und was weiß ich nicht noch für Sachen-Markt. Annettes Studium an der Universidad Arcis begann gleich am nächsten Tag, während ich noch eine Woche bis zum Beginn der Sprachschule Zeit hatte.

      ...nun ist es schon November...ALEX...und ich ergänze den Rest...

Am Wochenende um den 18. September war Feiern in Santiago angesagt, denn dieser Tag ist als Tag des Beginns des Unabhängigkeitsprozesses im Jahre 1810 ein Feiertag. Am Samstag zog es uns, wie fast jeden Einwohner Santiagos, in den Parque O'Higgens, wo dieses Datum mit einer riesigen Militärparade gefeiert werden sollte. Menschenmassen empfingen uns schon in der Metro...und es wurden immer mehr, je näher wir dem Park kamen. Das ganze glich einem riesigen Volksfest...mit Ständen, in denen man alles kaufen konnte; Menschen, die auf den Wiesen picknickten; Kinder, die Drachen stiegen ließen und in der Ferne zog das Militär vorbei. Erst, als die Flugzeuge über den Himmel zogen, wandte sich die Aufmerksamkeit nach oben, denn die Miltärparade konnte nur so richtig gesehen werden, wenn man eine Eintrittskarte hatte...oder Eimer, auf die man sich stellen konnte. So schoben wir uns durch die Massen, probierten hier und dort etwas an den Ständen, sahen die Flugzeuge...und verließen dieses riesige Volksfest.

      ...und natürlich ist in Santiago Kultur angesagt. Verschiedenste Museen laden zum Verweilen ein, sonntags sogar kostenlos. Das Museo Nacional de Bellas Artes beeindruckt mit seinen wechselnden Ausstellungen chilenischer und anderer lateinamerikanischer Künstler. Dort untergebracht ist auch das Museo de Arte Contemporaneo. Das Museo Arqueologico de Santiago zeigt eine Aussteelung zur Geschichte des Landes. Funde aus dem chilenischen, aber auch aus Ecuador und Kolumbien, zeigt das Museo Chileno de Arte Precolombino...und das Museo de Historia Natural zeigte bei meineem Besuch noch eine Ägyptische Sonderausstellung...Fotos vom Parque des Escultura ( das Original und sein Schatten ), der sich in einem Park am Mapoche zwischen zwei Hauptstraßen befindet:                                                     

                   

Natürlich führten mich kleinere Ausflüge immer mal wieder in die nähere Umgebung Santiagos. Die ausgesuchten Ziele waren immer gut mit dem Bus zu erreichen, das Bussystem ist einfach toll hier, so dass es gar kein Problem war, unseren Weg nach Valparaiso zu finden. Diese Stadt mit ihren vielen bunten an den Berghängen liegenden Häusern eröffnete uns das erste Mal einen Blick auf den chilenischen Pazifik. Der bekannteste Einwohner der Stadt: Pablo Neruda, dessen Wohnhaus nun ein Museum mit einem tollen Blick auf die Stadt beherbergt. Die vielen Ascensores ( 15 Stadtseilbahnen ) begeisterten uns und so rüttelten wir mehrere Male verschiedenste Berge von oben nach unten oder umgekehrt.

                             

An einem der nächsten Wochenenden fuhren wir in das angepriesene Viña del Mar, aber kaum dort angekommen, beschlossen wir weiter zu fahren. Aber nicht, ehe wir wenigstens einmal am Strand der Stadt waren, uns nasse Füße und anschließend frische Socken holten und die vielen Pelikane beobachteten, die flach über dem Wasser ihre großen Kreise zogen und anschließend gekonnt auf den Felsen landeten. Aber das Grau des Himmels und die Kühle ließen die Stadt nicht sonderlich einladend wirken und wir beschlossen, uns den Colectivo zu suchen, der nach Quintero, einem Ort am Meer, fährt. Das war diesmal relativ einfach und an einem Kiosk, an dem wir nach dem Weg zur Haltestelle fragten, eröffnete sich uns ein neuer Weg, das chilenische Spanisch zu sprechen. Das ist erstens schwer zu verstehen, wird von den Chilenen rasend schnell gesprochen und ist mit Chilenismen gespickt. So fragte Annette am Kiosk, da ich ein ziemlich klebriges Stückchen eines Lutschers im Mund hatte, nach dem Ort, hatte den Namen aber in der "Hektik" vergessen. So nuschelte ich ihn mit zusammengeklebten Zähnen in das kleine Fensterchen. Annette verstand es nicht, aber der Kioskmann wusste gleich, was gemeint war und wies uns den Weg zur richtigen Haltestelle...seitdem ist unser Lutscherkonsum enorm gestiegen  ;-) Nach einer rasend schnellen Fahrt erreichten wir Quintero und die vom LonelyPlanet empfohlene Hospedaje Garzas. Das wwar schon ziemlich crazy. Die Hausherrin ist Malerin mit deutschsprachigem Hintergrund, worauf sie sehr viel Wert legt. Im Haus lebt sie mit ihrem Mann und zwei ihrer Söhne und Familien zusammen und ihre Tochter mit den Kindern war auch zu Besuch. Ein volles Haus mit rätselhaften Ansichten...Am nächsten Morgen machten wirr uns recht schnell auf den Weg in Richtung Meer und unternahmen einen ganz, ganz langen Spaziergang, begleitetvon zwei Hunden ( denen selbst Annette nicht widerstehen konnte ), sahen Muscheltaucher und Seelöwen, eine Kormorankolonie und genossen das Meeresrauschen und die Wellen.

           

Und nun hatte ich erst einmal genug von Großstadt, wollte auch meine in der Sprachschule erworbenen Kenntnisse unter die Bevölkerung bringen...und entschied, nach Mexiko zu fliegen. Das stand nun so gar nicht auf meiner "Liste", aber die Idee, das es dort warm ist...und außerdem jede Menge Geschichte in Form von Ruinen zu entdecken gibt, ließen mich nicht lange überlegen und ich buchte einen Flug. Dieser führte mich von Santiago nach Bogota, von dort nach 6 Stunden Aufenthalt nach Miami ( ja, wirklich in die USA ), wo ich eine Nacht verbrachte, ehe ich weiter nach Cancun auf der Halbinsel Yucatan fliegen konnte. Umwege über Umwege, aber 4 Wochen auf der Halbinsel ließen die An"fahrt" verblassen, die von ziemlicher Rüttelei im Flugzeug geprägt war.

Und so kam ich aus dem Flughafen und wurde von einer Mauer heißer feuchter Luft fast erschlagen. Es war der 29. September und ich wurde in einem Colectivo vom Flughafen direkt zum Hostel gefahren, das sich wirklich nur zum Schlafen eignete. Sonst durfte man nicht so genau hinschauen. Kaum angekommen, unternahm ich auch schon meinen ersten Erkundungsspaziergang und merkte gleich, dass ich die Leute hier wesentlich besser verstehen konnte, als in Chile. Das lag nicht daran, dass hier ganz viel Englisch gesprochen wurde, sondern sie einfach wesentlich deutlicher sprachen. Welch Freude!...und so organisierte ich gleich meine ersten Ausflüge zu den ehemaligen Städten der Maya: Cobá, Tulum und Chíchen Itzá. Aber nicht, ohne vorher den kleinen archälogischen Park Cancuns zu sehen, der zwar nicht die überwältigende Größe der anderen hatte, aber schließlich meine erste Berührung mit der alten Kultur der Maya war und unendlich viel Iguanas beherbergte. Ich versuche bei den Bildern eine kleine Auswahl zu treffen, was wirklich ziemlich schwer ist, denn schon die Orte allein würden eine ganze Homepage füllen. Das erste Foto zeigt einen der schon angepriesenen Iguanas Cancuns und das andere den Ballspielplatz Cobás, einer Maya-Stadt,

         

...und weiter ging es nach Tulum, der einzigen Maya-Stadt, die am Meer lag, und somit ein wichtiger Handelspunkt zwischen den einzelnen Mayaregionen ( Blick auf den Palast ).  Chíchen Itzá ist eine der am besten ausgegrabenen Städte, wobei auch da wieder nur ein Teil zugänglich bzw. überhaupt ausgegraben ist. Gleich neben der, die Stadt umgebende, Mauer, befindet sich ein Cenote ( 2. Foto ), in der Menschenopfer dargebracht wurden. Cenoten sind eingestürzte Höhlen, in denen sich Süßwasser sammelt. Das unterirdische Höhlensystems Mexikos ist das größte der Welt. 

    

Und nun entschied ich, mich demm karibischen Traum hinzugeben und setzte mit einer Fähre auf die Isla Mujeres ( Insel der Frauen ) über. Diese kleine Insel, die 13 km vor Cancun liegt, erstreckt ihre Strände schon in die Karibik. Dementsprechend blau und auch warm ist das Wasser. Untergekommen in einem Hostal mit einer Strandbar unter Bäumen, konnte ich von dort aus meinen ersten Badeausflug starten und genoss die leichte Abkühlung durch das Meer. Diese kleine Insel bietet von Schwimmen, Schnorcheln, Tauchen,...bis hin zu irgendwelchen Vergnügungsparks und Mit-Delfinen-Schwimmen fast alles. Ich genoss einen Schnorchelausflug und schwamm zwischen bunten Fischen im Korallenriff und erkundete die Insel mit einem Fahrrad, was echt anstrengend war, denn nicht nur die feuchte Hitze, sondern auch die Steigungen ließen den Schweiß ganz tüchtig laufen ( aber die Haut war so weich wie nach einem Saunagang ;-)).

  

Gut erholt und gebräunt machte ich mich nach einigen Tagen mit dem Bus auf nach Palenque, einer Stadt mit...natürlich...einer Maya-Stadt. Dort kam ich etwas außerhalb der Stadt, relativ nahe an der in einem Naturschutzgebiet gelegenen archäologischen Stätte unter...und zwar in einer kleinen Hütte mitten im Regenwald ( erstes Foto )...mit allem, was dazu gehört: Feuchtigkeit, bunten Schmetterlingen, Moskitos, Glühwürmchen, Brüllaffen,...Das war vor allem nachts manchmal schon ein merkwürdiges Gefühl. Aber am nächsten Morgen machte ich mich doch prompt gleich zu Fuß auf zur Maya-Stadt, genoss die Ruhe und die Hitze, die mich auf meinen Weg begleiteten...und irgendwann tauchte der Eingang vor mir auf. Ich konnte es kaum erwarten hinein zu kommen und diesmal wollte ich mir nach all den Führungen das Gelände allein anschauen...aber erst machte ich eine Regenwaldtour mit einem Guide, der die Leute schon am Eingang abfing. Das Angebot fand ich ziemlich interessant und schon waren wir im Wald verschwunden und ich bekam zu sehen, was hinter den "Kulissen" noch so alles versteckt liegt.

               

Und nach der einstündigen Tour konnte ich nun endlich los, meinen Weg durch die Ruinen zu nehmen. Palenque ( die alte Stadt der Maya, heute existiert eine gleichnamige Stadt in der Nähe der archäologischen Zone ) wurde 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Die erste Besiedlung erfolgte um 400 nach Christus und die Stadt entwickelte sich innerhalb von 200 Jahren zu einer lokalen Großmacht. Ereignisse nach 799 sind nicht mehr überliefert und der Ort wurde verlassen. Die Gründe dafür liegen noch im Dunkeln. Ich genoss es, in Ruhe durch die restaurierten Gebäude zu laufen, auf die Pyramiden zu klettern, um Inschriften zu bestaunen und Fresken zu sehen...und dabei sah ich nur 5% dessen, was die Stadt einmal war. Der Rest ist auch hier wieder vom Regenwald überwachsen. Das erste Bild zeigt den Sonnentempel der Stadt, das zweite schon den Blick über Tikal, das im nächsten Absatz näher beschrieben wird.

    

Und da ich nicht genug bekommen konnte, entschied ich mich kurzfristig, nach Guatemala einzureisen und Tikal, eine der bedeutendsten Städte der klassischen Periode und eine der am besten erforschten. Aber nun erst einmal zur Einreise nach Guatemala: Mit einem Bus von Palenque ging es an die Grenze zu Guatemala...und von dort auf ein kleines Boot, ungefähr 14 Touristen mit Gepäck. Das Boot lag ziemlich windschnittig im Wasser ;-). So fuhren wir etwa eine halbe Stunde flussaufwärts, um irgendwo mitten im Dschungel anzulegen. Aber dort war tatsächlich eine Hütte und ein kleiner Bus wartete schon, der nach kurzer Fahrt an einem Grenzhäuschen hielt, wo ich meinen Einreisestempel bekam...und über unbefestigte Straßen ging es weiter nach Flores ( Foto ), einer Stadt mitten im See, wo ich einige Tage mit Ruinentour, Ausflug zu den Wasserfällen Agua Azul und Seefahrten verbrachte. Zwei Tage nach Ankunft führte mich mein Weg an einemm verregneten Tag nach Tikal, früh am Morgen gegen 5 Uhr ging die Fahrt los, aber somit war der Park noch relativ menschenleer und recht viele Tiere waren zu hören und zu sehen. Selbst eine Tarantel krabbelte aus ihrem Loch. War ich froh, meine Wanderschuhe dabei gehabt zu haben. Tikals Ruinen lagen im Regenwald verstreut und es war ziemlich beeindruckend, einen Weg zu gehen und zu erleben, wie plötzlich eine Ruine aus dem Wald auftaucht.

Nun machte ich mich bald wieder auf den Weg in Richtung Mexiko...mit einem kleinen Unternehmen, das den Weg über Belize nahm. Nach vielen, vielen Stunden Fahrt und mehreren Grenzübertritten ( nun habe ich auch einen Belize-Stempel im Pass ) kam ich in Chetumal, einem Küstenort im Südosten Yucatans an. Natürlich war Zimmersuche angesagt und da ich keine Lust auf viel Gerenne hatte, kam ich in einem "Hotel" unter, das ich am nächsten Tag fast fluchtartig wieder verließ...und kam im Hostal Ucum unter, mit großem luftigem Zimmer und sauberem Bad. Da konnte man es gut einige Tage aushalten. Und zwar nicht allein, Annette hatte entschieden, für 10 Tage nach Mexiko zu kommen und gemeinsam mit mir noch ein paar Ruinen zu erkunden. Ich muss ja nicht beschreiben, wie sehr ich mich freute...Und dann war sie auch schon da und wir erkundeten die nähere Umgebung Chetumals. Wir besuchten das kleine Meeresörtchen Calderitas, badeten, liehen uns ein Auto und besichtigten Kohunlich ( Tier- und Pflanzenfoto ) und Calakmul ( Ruinenfotos ;-) ), zwei Maya-Städte, besuchten das Maya-Museum mit interessanter interaktiver Ausstellung und genossen das mexikanische Essen mit Nachos, Guakamole, Tortas ( Brötchen mit allem möglichen  drauf ),...

    

Calakmul zu erreichen, war eine kleine Weltreise. Zuerst gestaltet sich alles ganz einfach.W ir fanden fast auf Anhieb die richtige Straße, frühstückten unterwegs und schauten uns Kohunlich an, deren Anlage wie ein Park gestaltet war. Dann ging es weiter Richtung Calakmul. Wir fuhren und fuhren, es kam eine Baustelle, die sich über 40 km dahinzog. Da fuhr man mal da, dann fuhr man mal dort. Das Ende war erreicht und bald auch der Eingang zu Calakmul, zum Nationalpark, in dem die Ruinenstadt lag...und es waren noch einmal 60 km quer durch den Park auf einer kleinen, kurvenreichen Straße, auf der umgestürzte Bäume lagen und über die ständig Fasane liefen. Aber dann kamen wir an...und es war keine Menschenseele zu sehen, aber im Eintrittshäuschen saß jemand und wir konnten hinein. Zusammen mit Tikal und El Mirador ist Calakmul eine der größten jemals entdeckten Maya-Städte. Brüllaffen erinnerten uns daran, dass wir nicht allein waren und das Gebrüll begleitete uns während unserer Zeit in dieser Stadt. Dieser Ort war für mich einfach ganz besonders. An einer der Pyramiden sahen wir einen Mann arbeiten und wieder in Santiago angekommen, stieß ich auf die Nachricht, dass in dieser Zeit neue farbige Bilder in der Pyramide entdeckt wurden, die recht außergewöhnlich sind, weil sie auch das Leben der Bevölkerung und nicht nur das der Priester darstellen.

    

Nun beschlossen wir, noch einmal auf die Isla Mujeres zu fahren. Wir hatten natürlich nicht so wirklich mitbekommen, dass an der Westküste Mexikos ein Hurrikan gewütet hatte, dessen Ausläufer auch Auswirkungen auf das Wetter rund um Cancun hatte. So war es meist bedeckt und nicht ganz so heiß, also genau richtig, um Rad zu fahren, das Wasser zu aufgewühlt, um Schnorcheln zu gehen. Aber so genossen wir die Zeit, an der Strandbar sitzend und Fruchtsäfte schlürfend. Ein Ausflug führte uns in eine Schildkrötenaufzuchtstation ( Fledda war voll begeistert von den Kleinen ). Die Mitarbeiter sammeln die Eier aus den Gelegen am Strand, buddeln sie in der Station wieder in den Sand ein und überwachen die Aufzucht. Sind sie etwa 2 Wochen alt, werden sie im offenen Meer wieder ausgesetzt. Von der Station raddelten wir weiter zum westlichsten Punkt Mexikos, zu erreichen über einen Skulpturenpark auf einer Landspitze. Da wirken die Kunstwerke natürlich entsprechend.

  

Leider hatten wir kaum eine Wahl und mussten die Insel wieder verlassen. Mit einem Bus ging es weiter von Cancun nach Mérida im Nordwesten Yucatans. Viele, mit denen ich gesprochen hatte, schwärmten von der Stadt und ihrem Kulturangebot. Das bestätigte sich auch. Mérida ist einfach nur schön mit ihrem Platz im Stadtzentrum, auf dem sich die Menschen treffen um zu reden, zu essen, sich auszuruhen, ihre kleinen Stände aufzubauen, kleine Tanzvorführungen zu geben,...Wir hatten die Gelegenheit, Tänze der Umgebung aus allen Zeitepochen zu erleben, eine Vorstellung mit mexikanischen Kurzfilmen zu sehen, Museen anzuschauen und die nähere Umgebung ( natürlich mit zwei Maya-Städten, Uxmal und Dzibilchultan-nein, ich nerve nicht mit noch mehr Fotos von Ruinen ;-) ) zu erkunden...und eine romantische Kutschfahrt in die Abendsonne machten wir auch :-).  Wir kamen in einem kleinen Hostal, geführt von einer Mexikanerin und einem Belgier, unter und hatten fast Familienanschluss. So erfuhren wir sehr viel über die Kultur und Traditionen der Mexikaner.

   

Annette und ich genossen das gemeinsame Reisen in diesem Land sehr. Die Menschen waren sehr freundlich, wir konnten uns mit ihnen unterhalten und verstanden ganz viel, erweiterten unsere Kenntnisse über Nordamerika und lerntenddie Kultur Yucatans und auch der Maya kennen. So fiel uns der Abschied schon recht schwer, aber wohl auch, weil wir nun wieder getrennte Wege "flogen". Annettes Flug führte zurück nach Santiago und ich machte mich auf den Weg nach Quito, der Hauptstadt Ecuadors.

Quito empfing mich mitten in der Nacht mit etwa 9 Grad, ein totaler Klimawechsel stand an...und am nächsten Morgen merkte ich an den Kopfschmerzen, dass ich mich ganz plötzlich auf 2850 m Höhe befand. Ein Taxi brachte mich vom Flughafen zum Hostal und ich erfuhr gleich, dass die Politiker Ecuadors sehr korrupt seien und nur in die eigene Tasche wirtschaften und dass es ja in Deutschland mit der Disziplin viel besser sei. Aha! So aufgeklärt fiel ich ins Bett und wachte am nächsten Morgen mit einem Blick aus meinem Fenster auf die umliegenden Berge, die "hinter" der Altstadt liegen, auf. Und los ging die Entdeckungstour durch die Stadt. Als erstes fielen mir die Trolleybusse auf, Busse, die mit Kontakt an Stromleitungen quer durch die Stadt fahren. Sehr selten! Auf meinem Weg in die Altstadt, schaute ich mir die Basilika und das Kloster San Francisco an. Alt-Quito wurde übrigens 1978 als erste Stadt überhaupt in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Völlig nachvollziehbar! Im Museo del Banco Central bestaunte ich eine tolle Sammlung ecuadorianscher Kunst, mit Exponaten, die teilweise aus der Zeit 12000 v.Chr. stammen und Bildern der zeitgenössischen Kunst. Am Abend besuchte ich noch eine Ballettvorstellung, die mich wirklich begeisterte: drei Stunden verschiedenste Arten von Ballett, modernes, klassisches, teilweise Akrobatik. Es war einfach nur schön anzusehen. Und da bekam ich auch wieder ein wenig der Mentalität mit: Am Beginn der Vorstellung war der Saal vielleicht zu einem Viertel gefüllt. In der nächsten Stunde füllte sich der Saal ganz und dann gingen die ersten schon wieder. Zwischendurch klingelten Handys, es wurde telefoniert und gefilmt. Am Ende waren auch nur wieder etwa ein Viertel der Menschen da. Nur einige hatten somit die gesamte Vorstellung mitbekommen. Sehr spannend!

   

Natürlich führte mich an einem Tag mein Weg nach "Mitad del Mundo", der Mitte der Welt, einer Stadt, durch die der Äquator verläuft. Dort gab es einen sehr touristisch angelegten Komplex, durch den eine rote Linie verläuft, die den Äquator darstellt. Aber: Der wirkliche Äuquator befindet sich etwa 200m entfernt und dort gibt es ein kleines Freiluftmuseum, das verschiedenste Exponate der Geschichte Ecuadors zeigte und wo man verschiedenste Experimente machen konnte. Eine der echt engagierten Guides führte uns durch das verwinkelte Museum mit seinen kleinen Wegen.  So gelang es mir beispielsweise, ein Ei auf einen Nagelkopf zu stellen ;-)...und auf den Halbkugeln fließt das Wasser wirklich jeweils entgegengesetzt in den Ausfluss. 

                                  

Dann ergab es sich, dass ich eine kleine Tour zum Vulkan Pululahua ganz in der Nähe machte. Mit einem Reiseführer und einem Argentinier ging es in Richtung Vulkan, wo wir einen kleinen versteckten Weg zum Kraterrand nahmen. Der Blick war einfach überwältigend. Der Krater hat einen Durchmesser von 4 km, wobei eine Hälfte ein Naturschutzgebiet ist und in der anderen Hälfte ein kleines Dorf liegt. Der Boden wird beackert und ist durch verschiedenste Vulkanausbrüche sehr nährstoffreich. Es gibt eine Straße, aber die wird kaum befahren, weil sie so verschlungen und lang ist, dass es unwahrscheinlich viel Sprit und Zeit verbraucht. So nutzen die Einwohner einen Schlängelweg, für den man nach oben 1 Stunde und nach unten nur etwa 25 Minuten. Voll anstrengend! Danach genoss ich noch einen Kaffe und konnte dabei mehrere Kolibris beobachten, die an einer künstlichen Futterstelle naschten.

   

Am nächsten Tag, d. 30.10., wagte ich es, mit einer Gondelbahn, dem telefériQo, auf 4100m Höhe zu fahren ( und als ich ein Foto aus der Gondel schießen wollte, merkte ich, dass ich den Fotoapparat vergessen hatte. Echt ärgerlich!!! ) und anschließend in Richtung Rucu Pichincha ( 4700m ), einem Vulkan, zu wandern. Und es ging aufwärts und aufwärts und ich merkte, dass die Luft hier doch noch dünner war als in Quio selbst. Das war echt anstrengend und der Vulkan kam nur langsam näher. Nach etwa zweieinhalb Stunden und auf etwa 4400 m Höhe entschied ich mich schweren Herzens umzudrehen. Ich denke, ich war einfach noch nicht genug aklimatisiert für das Weiterwandern. So genoss ich einfach den tollen Ausblick ( Die Fotos vom Handy kommen in Deutschland ) auf den Vulkan und auf Quito,  auf die grünen Hänge ringsherum und wanderte zurück. 

Und nun kam eine kleine Wende meiner Reise"pläne". Ich merkte, dass ich so viele Erlebnisse und Eindrücke hatte, dass es mir kaum möglich war, noch mehr aufzunehmen...und außerdem zog mein Herz ein wenig in Richtung Santiago. Ich beschloss, die Reise etwas abzukürzen und fuhr einfach, statt in Cuenca zu halten, einfach weiter bis nach Peru, nach Trujillo. Dort musste ich aber einfach ein paar Tage Pause einlegen, weil mir der Po von fast zwei Tagen Busfahrt in den verschiedensten Busen echt weh tat. Es eröffnete sich aber ein beeindruckender Ausblick auf die ecuadorianischen Berge, als ich über kleine, teilweise nicht befestigte und abgerutschte Straßen in Richtung Grenze nach Peru fuhr.

  

Natürlich nutzte ich die Zeit, mich ein wenig in und um Trujillo umzuschauen...und natürlich gab es einige Sachen, die ich mir anschauen konnte. So führte mich ein Weg zur Huaca Arco Iris, dem Regenbogentempel, einer der besterhaltensten Wirkungsstätten der Chimú-Kultur. Dieser Tempel, wie auch die anderen, von denen jetzt die Rede ist,  wurde aus Lehmziegeln erbaut. Dieser Tempel bekam seinen Namen durch die vielen Regenbogenreliefs, die seine Wände schmücken. Bis in die 1960er-Jahre lag dieser Tempel unter dem Sand begraben und somit ist er unwahrscheinlich gut erhalten. Von dort aus ging es weiter nach Chan-Chan, einstmals die größte präkolumbianische Stadt in Amerika und die größte Lehmziegelstadt der Welt, erbaut um 1300. Die Chimú-Hauptstadt hatte neun Bezirke bzw. königliche Komplexe mit etwa 10000 Baukonstruktionen.

            Ein weiterer Ausflug führte mich zur Huaca De La Luna, dem Mondtempel der Moche. Er ist etwa 700 Jahre älter als ChanChan und seine Räume sind voller Keramiken und Friesen. Mehrere Tempel wurden einfach übereinander gebaut und somit blieben die alten relativ gut erhalten. Seit vielen Jahren sind Archälogen dabei, die Anlage tück für Stück frei zu legen und dabei so viel wie möglich zu erhalten. Für die Art und Weise der Restauration erhielt diese Anlage Förderpreise. Es gelang, vor allem auch die Farben der Keramiken zu erhalten.

    Und nun war auch erstmal genug mit Reisen. Am 5. November nahm ich ein Flugzeug zurück nach Santiago, um mich zu erholen  ;-) Ich genoss das Bekannte hier. Ich wusste, welchen Bus ich wohin nehmen musste, wusste, wo ich am Abend schlafen werde...und wo das Toilettenpapier ist. So nutzte ich hier die Zeit, mein Spanisch weiter auszubauen mit Stunden an einer Sprachschule und einem Tandem mit dem Vermieter unseres Zimmers. Das heißt, dass ich eine Stunde Spanisch habe und er eine Stunde Deutsch. Eine ziemlich tolle Art und Weise, Spanisch zu lernen. Und ich mache Fortschritte. Wichtig ist nur das tägliche "Trainieren". Nach ein paar Wochen war es dann auch wieder soweit, kleinere Ausflügein die Gegend zu unternehmen. So wanderten wir im Cajon Del Maipo mit einem Blick auf die vergletscherten Berge und eine vereiste Lagune und testeten unser Zelt in El Tabo, auf einem Zeltplatz im Wald mit Blick auf das Meer. 

Und nun war es dann auch so weit. Der 22. Dezember kam und wir nahmen, diesmal zu dritt, das Flugzeug auf die Osterinsel, die Isla de Pascua. Oder wie sie auf Rapa Nui heißt: Te pito o te Henua ( Der Nabel der Welt ). So verbrachte ich fünfeinhalb Stunden meines Geburtstages im Flugzeug. Das machte aber gar nichts, da ich letztendlich 28 Stunden Geburtstag hatte. Am Abend zuvor kam die Geburtstagstorte unserer Vermieter mit kolumbianischem und spanischen Geburtstagslied, 24 Uhr das Muneca-Schlagen von Annette organisiert ( mit einem Schlag "köpfte" ich die Papierfigur und herausp purzelten lauter Süßigkeiten und auf der Insel war eine Zeitverschiebung von zwei Stunden...und...ich hatte meinen Geburtstag das erste mal im Sommer. Que divertido! Auf dem Flughafen angekommen, nach einem ersten wundervollem Blick aus dem Flugzeug, auf den Vulkankrater Rano Kau wurden wir von der Vermieterin unserer Cabañas mit Blumenketten empfangen...und an den Cabañas angekommen, hatte unsere nur Löcher, wo mal die Fenster rein sollten. Aber so konnte die Luft ein wenig durch das frisch gestrichene Zimmer ziehen  ;-). Kaum angekommen, suchten wir natürlich gleich unseren Weg zum Wasser...und ich wurde gleich von einem Blick auf die ersten Moais meines Lebens überwältigt. Einfach phantastisch.

 

Der erste Blick fiel also auf den Tahai-Komplex, der uns noch die ganyen Tage auf der Insel begleiten sollte. I)mmer wieder führte unser Weg dorthin, egal, ob zum Schauen, yum Baden oder einfach nur Spazieren gehen...und an einem Morgen begleitet uns dieser kleine Racker. Er lief hinter uns her, trottete vor uns her, legte sich müde ins Gras...und am Ende beschützte er uns auch noch vor einem Pferd ( zumindest war es in seinen Augen sehr bedrohlich für uns ). Und so verbrachten wir auch den 24. Dezember am Komplex. Wir bereiteten uns ein tolles Picknick mit Guacamole, Brot, Pan de Pascua, Tomate, Schokoladenweihnachtsmännern,..zu und verbrachten den Weihnachtsabend draußen. Später gingen wir in die Kirche ( ja, ich auch ) und erlebten einen katholischen Gottesdienst auf Spanisch und Rapanui mit bekannten Weihnachtsliedern auf Rapanui gesungen. Das war schon ein wenig abgefahren. Vorn am Altar standen noch Kisten mit Obst und Gemüse und irgendetwas Geschlachtetes...Das war schon ein ziemlich besonderer Weihnachtstag.

 

Nun lagen wir aber an den Feiertagen nicht auf der faulen Haut, sondern erkundeten natürlich die Insel, die aus drei Vulkanen hervorgegangen ist. Alle drei Vulkane sind in ihrer Einzigartigkeit noch gut sichtbar. Einer von ihnen ist der Rano Kau, in dessen Krater ein See entstanden ist. Das war ein toller Blick, als wir nach einer schönen Wanderung über die Insel am Strand und durch Eukalyptuswälder ( Es gibt wieder Bäume auf der Insel, nur sind es nicht vorwiegend Palmen, so wie sie mal bewachsen war, bevor die Rapanui alles abholzten, um die Moais transportieren zu können, sondern andere Baumgewächse. Übrigens nuimmt man die Osterinsel heute als Vergleich zu dem, was wir gerade mit unserer Erde machen. Die Rapanui wussten auch, dass sie Holz benötigen, um beispielsweise ihre Boote zu bauen, aber trotzdem holzten sie es ab, um immer größere und mehr Moais zu bauen. ).

Gany in der Nähe des Vulkans befindet sich das ehemalige Zeremoniendorf Orongo...

  

Eine andere Wanderung führte uns quer über die Insel zum Cerro Maunga Terevaka, dem höchsten Punkt der Insel, von dem wir einen Rundumblick genossen. Außerdem war das der Tag der Höhlen. Zuerst entdeckten wir die "Bananen"höhle, die wirklich so heißt, weil in ihrem eingestürztem Teil Bananenpflanzen ihren Platz gefunden haben. Direkt an der Felsküste, nur durch einen engen, dunklen Gang zu erreichen, fanden wir die Caverna de dos Ventanas, zwei Felslöcher, die direkt aufs Meer zeigen und echt einfach so nach unten abfallen.

  

 Und heute ging die Inselerkundung mit einem kleinen Leihwagen weiter. Wir wollten ja schließlich auch die Ahu Tongariki, die 15 Moais nebeneinander, bei Sonnenaufgang sehen. So standen wir schon vor dem Aufstehen auf und machten uns auf den Weg...aber zuerst verpassten wir eine Abfahrt und dachten schon, dass wir es nicht schaffen, aber pünktlich, als die Sonne über dem Meer erschien, waren wir da und man musste sich dazu zwingen, das ganze nicht nur durch den Fotoapparat zu betrachten, sondern auch mal so hinzuschauen. Das war scho cool!!! Die Sonne kam langsam und belauchtete die Moais von hinten und ließ sie anschließend in ihrer ganzen Schönheit strahlen. Was für ein Kunstwerk!

Irgendwann trennten wir uns und fuhren zur Baustelle der Moais, zum Vulkan Rano Raraku. Aus seinem Gestein wurden die Figuren geschlagen und dann ganz fertig, man weiß immer noch nicht so genau, wie, zu ihren Plätzen, den Ahu, transportiert und dort aufgestellt. Auf dem Vulkan finden sich Hunderte von unfertigen Moais, der größte ist 28m lang und liegt, nur noch am Rücken verankert, im Gestein. Das war nicht weniger beeindruckend als die fertigen Moais. Überall waren sie zu sehen, teilweise schauten sie nur noch ein wenig aus der Erde, weil sie im Laufe der Jahre einfach "eingeerdet" sind.

 

Und dann ging es noch ein wenig weiter. Jetzt war Erholung angesagt nach so viel beeindruckenden Sachen. Wir fuhren zum einzigen Sandstrand der Insel und bekamen voll das Karibikfeeling...als dann noch ein Einheimischer mit bloßen Füßen auf eine Palme kletterte...

Ein bisschen Erfrischung war jetzt angesagt und nachdem Annette und ich beim ersten Mal schwimmen bunte Fischer gesehen hatten, besorgten wir uns Taucherbrille und Schnorchel...beides nicht ganz dicht...und konnten in den Wasserpflanzen große weiße Fische, einen Schwarm und auch einen großen gelb-blauen Fisch entdecken. Ich wollte gar nicht wieder raus aus dem Wasser...und prompt war der Sonnenbrand auf dem Rücken meiner. Nach dieser schönen Abkühlung sahen wir uns noch die Ahu Nau Nau an, die vor der herrlichen Kulisse des Strandes...mit Palmen....errichtet wurden. Übrigens sind alle Moais, die stehen, wieder aufgerichtet worden, nachdem sie von den Einheimischen während Auseinandersetzungen alle umgestürzt wurden.

 

Und so war unsere Zeit auf der Insel auch wieder rum. Obwohl wir 9 Tage dort waren und man uns vorher gesagt hatte, dass man die Insel auch in drei Tagen erleben kann, hätte ich gern einfach noch ein paar Tage auf der Insel verbracht...Aber in Santiago wartete ja Silvester, dass wir kochend und essend mit unserem Mitbewohner Carlos verbrachten. Anschließend schauten wir Feuerwerk...aber nur von Weitem. Das wird nämlich nur am Moneda abgeschossen, einzelne Feuerwerke gibt es nicht. Ich wäre für einen Import nach Deutschland  :-)))

Nun blieben uns nur noch ein paar Tage zum Packen und Vorbereiten, denn am 3. Januar nachts fuhr unser Bus schon Richtung Temuco in den Süden ab. PATAGONIEN war und ist das Schlagwort für Januar und Februar. Im Reisegepäck sind auf jeden Fall Handschuhe, die Mütze und auch die lange Unterhose. Wir wollen Zelten...und es ist kalt im Süden...

Um die Wartezeit beim Hochladen zu verkürzen, geht es auf der nächsten Seite "Ein Jahr unterwegs 2" weiter...Viel Spaß!!!