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Und der Bus führte uns aus dem sommerlich heißen Santiago am 03.01.2010 in 8 Stunden über Nacht in das ziemlich kühle Temuco. Aber was soll man 6.30 Uhr dort machen? Einen Kaffee am Busbahnhof trinken...und zum Zentrum kommen. Dort sollte Sernatur, ein Touristenservice Chiles, halb neun öffnen, und gegen neun kam dann auch ganz seelenruhig mal jemand an. Ausgestattet mit einer Karte des Nationalparkes Conguillio verließen wir Sernatur, um in einem Restaurant nett zu frühstücken und die Zeit bis Mandys Ankunft ( eine Bekanntschaft der Sprachschule ) zu überbrücken. Irgendwann kam sie dann auch...in einem PickUp mit Jochen, ihrer Schwester und deren Freund, und auch wir drei samt Gepäck kamen in diesem Wagen unter. Zuerst saßen wir zu fünft hinten, mehr über- als nebeneinander, aber als wir die Stadt verließen, konnten wir endlich hinten auf der Ladefläche sitzen. MEIN Traum!

  

Und nach einer Stunde kamen wir windzerzaust im Nationalpark Conguillo an. Unser erster Weg führte uns vorbei an alten Lavaströmen des Vulkans Llaima zu den Wasserfällen Truful-Truful ( Ein süßer Name, nicht wahr? ). Und so waren sie dann auch. Ringsherum konnte man wunderbar die Schichtung der Felsen und Erde beobachten. Mit einem Stopp an der Laguna Arcoiris ( Regenbogen ) ging es dann weiter zum Lago Conguillio, wo wir mitten am See unsere Zelte aufbauten. Welch` ein Ausblick! Und mitten in der Natur. Das tat unseren Lungen nach der ganzen Zeit in Santiago außerordentlich gut. Unsere vier Mitreisenden nisteten sich in einem großen Bungalow ein, dessen Wärme wir am Abend bei einem Glas Wein sehr genossen. Der Weg dorthin führte uns durch einen riesigen Araukarienwald. So viele und so große hatte ich noch nie gesehen. In der Nacht fiel die Temperatur auf etwa 0 Grad. Sehr frostig...und das im Sommer. Am Morgen begann es noch zu regnen...was auch andauerte. Die hände wurden kalt, die Füße auch und man war so leicht "húmeda". Kein angenehmes Gefühl. Wir wichen in eine "Bodega" aus, ein offener Verschlag aus Holz, um wenigsten trocken unser Müsli essen zu können. Danach machten wir uns auf zum Playa Linda, aber nicht weit, da es wieder zu regnen begann. Da blieb uns nur das Zelt. Gut, dass am Abend noch die Sonne zum Vorschein kam und unsere Sachen trocknete. Und nun kam mein Lieblingspart-Ich konnte ein Lagerfeuer machen. Endlich!!!

 

Am nächsten Tag führte uns unser Weg zur Laguna Captrén, an der Madre Araucaria vorbei, die eigentlich ein Padre und 1800 Jahre alt ist und einen Stammumfang von 6,40m hat. Irgendwann tauchte dann die Laguna blau-grün schimmernd mit dem Llaima im Hintergrund auf.

 

 

Eine weitere Tour führte uns zur Sierra Nevada...stundenlang nach oben, aber dort war der Blick einfach umwerfend...und dann kreisten auch noch Condore über uns...

 

...und hier gibt es noch ein paar Fotos vom Nationalpark: http://picasaweb.google.de/106930300918978923508/Conguillio#

Am gleichen Abend rasten wir mit einem der Parkranger ( andere Möglichkeiten aus dem Park zu kommen, gibt es nicht ) aus dem Park heraus nach Melipeuco. In unserem Reiseführer stand etwas von einem Zeltplatz, aber da wo er sein sollte, war nichts. Eine ältere Frau kam heraus und meinte dann, wir könnten doch auch in ihrem Garten zelten...also stellten wir unsere Zelte in die Garteneinfahrt und hatten einen Schlafplatz für eine Nacht. Perfekt!!! nach einer ruhigen nacht machten wir uns auf nach Temuco, wo wir mitten im Markttreiben landeten. Das war vielleicht ein Getümmel. Ein wenig Ruhe fanden wir im "Museo Regional de La Araucania", wo wir das erste Mal die Gelegenheit hatten, etwas mehr über die Mapuche zu erfahren. Ein Volk, dass eigentlich schon seit dem "Einfall" Valdivias versucht, seine Eigenständigkeit zu erhalten.

Nicht ohne auf dem Markt frischen Käse zu kaufen, ging es dann weiter in Richtung Pucon. Dort begrüßte uns der Vulkan Villarica mit Gefahrenstufe 1, er rauchte also so vor sich hin. Damit war es nicht möglich, diesen Vulkan zu besteigen und in seinen Lavakrater zu schauen. Wir verbrachten einige Tage in dem wohl touristischsten Städtchen Chiles. Ein Ausflug ging nach  Cuarrrehue mit einem schönen kleinen Museum. 80% der Bevölkerung sind Mapuche. Eien interessante kleine Führung brachte uns die Kultur näher und anschließend wurde noch am Lagerfeuer geschnackt. In einem angeschlossenem Restaurant probierten wir typische Sachen wie Araukarienfruchtsuppe, einen Gemüseteller mit Fladen aus Kastanienmehl und in einem Café Bambus- und Araukarienkuchen.

 

Während Annette und Jule am nächsten Tag auf den Vulkan Quetrupillan gingen, nutzte ich die Gelegenheit, den Villarica vom Wasser aus zu sehen und mich ein wenig über die Geschichte des Ortes aufklären zu lassen. Die Leute leben ganz schön gefährlich zu Füßen des Vulkans...

  

Nun verließen wir Pucon auch schon wieder, um nach Argentinien zu fahren. Erst einmal nur, damit Annettes Visum verlängert wird. So machten wir eine Rundfahrt von Pucon nach San Martin de los Andes mit herrlicher Schokolade und weiter über die Straße der Sieben Seen nach Villa La Angostura, wo wir eine Nacht am See verbrachten...und hier hatte ich das erste Mal so richtig Kontakt mit dem argentinischen Spanisch...und verstand nichts, bis ich herausbekam, dass sie einfach nur das y und ll wie ch sprechen...und mit der Zeit wusste ich, was sie sagen wollten ;-)

 

Und zurück nach Chile. nach einem Zwischenstopp in Entre Lagos ging es weiter auf die Insel Chiloé. Die Insel liegt inmitten eines Archipels von über 400 kleinen Inseln. Sie ist 180km lang und 50km breit. Städte und Farmen befinden sich fast ausschließlich auf der Ostseite, die westlichen Ufer sind ein fast völlig straßenloses Gewirr von dichten Wäldern, in die der Pazifik hineinschwappt. Wir fuhren bis ins Zentrum der Insel nach Castro mit einem Museum für zeitgenössische Kunst, das man hier nicht vermuten würde, und ließen uns wegen des immerfeuchten Wetters der Insel in einem kleinen Hostal mit Blick aufs Meer nieder. Ein erster Abendspaziergang führte uns zu den Palifitos ( Stelzenhäuser ), deren bunt angemalten Wände sich im Wasser spiegelten. Im Nationalpark der Insel wanderten wir an einem kilometerlangen Sandstrand entlang und erkundeten einen Naturlehrpfad. Irgendwo in der Einsamkeit tauchte plötzlich, nachdem wir über Holzdielen geklettert waren, die das Moor bedeckten, ein kleines  "Café" auf. Mit seinen kleinen Holzhockern kam man sich ein bisschen wie bei Schneewitchen und den sieben Zwergenvor...und es gab überall Fuchsien...in alllen Formen und Größen...

      

Mit einem geliehenen Auto fuhren wir nach Dalcahue und schlenderten über einen kleinen Markt, ehe wir mit einer Fähre auf die Isla Quinchao übersetzten, die Insel, auf der alles geschlossen war. Es war Wahltag...So sahen wir die älteste Kirche der Insel in Achao nur von außen...und von den Wassermühlen nur die Schilder...Na gut, also fuhren wir bis zum südlichen Zipfel und machten einen schönen Spaziergang am Meer entlang, sammelten Muscheln und Seeigelhüllen und genossen das Meeresrauschen...Und vorher sahen wir noch, wie man Kühe vom Schiff an Land bringt. Man schubst sie einfach rückwärts vom Boot, sie tauchen kurz unter und werden dann an einem Strick an Land gezogen...

   

Kurzfristig änderten wir unsere Reiseroute und fuhren noch zum Parque Nacional Vicente Peréz Rosales, dem ersten Nationalparks Chiles, mit seinem smaragdgrünen See, umgeben von Valdivianischen Regenwald und Vulkanen. Auf dem Weg dorthin machten wir in Puerto Varas Halt, da es dort den besten Apfelstrudel geben sollte. Was es nicht gab, war Apfelstrudel, aber ich bekam Kassler mit Sauerkraut und Kartoffelbrei. Da ist ganz deutlich der deutsche Einfluss zu spüren. Zwischen 1845 und Mitte der 1870er Jahre ließen sich in dieser Gegend etwa 6000 deutsche Familien nieder. Im Nationalpark bauten wir unser Zelt mal wieder mit Blick zum See auf, aber umschwirrt von fiesen kleinen Mücken, die sich noch nicht mal durch das Feuer vertreiben ließen. Am Morgen waren sie fast weg und nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg zu den Saltos del Petrohué. Das war voll die Touristenattraktion und Menschenmassen, die von regenschirmschwingenden Guides angeführt, mit Bussen hergefahren wurden. Der Vulkan Osorno zeigte sich in den Wolken, aber dafür strahlte er am nächsten Tag in voller Pracht..

   

Und nun sollte sie starten, unsere viertätige Schifffahrt durch die Inselwelt Chiles, von Puerto Montt nach Puerto Natales. Zu viert, wir trafen Ute in Puerto Montt, quartierten wir uns in einer Kajüte ein, die fast voll war, als wir nur unsere Rucksäcke reingestellt hatten. Nach einer kurzen Unterweisung, wo sich die Rettungsboote und -westen befinden, ging es dann auch schon los. Der Osorno verabschiedete sich im Sonnenschein und schon bald schifften wir durch die Kanäle rund um Chiloé. Und auch hier war der Wettergott mit uns: Die Sonne schien! Die rote Linie auf der folgenden Karte zeigt unseren Weg, den wir innerhalb von 4 Tagen zurücklegten.

 

...und hier ist das Wasser noch ruhig. Das war ja auch noch nicht der "richtige" Ozean. Aber am zweiten Tag, man hatte uns vorgewarnt und gebeten, zwar zu  essen, aber nicht so viel zu trinken ( sonst schwankt es so im Magen ), ging es gegen Nachmittag los. Wir fuhren nun so richtig raus auf den Pazifik ( der Bogen in der Karte ) und das Schiff schwankte heftigst. Toll war, vorn zu stehen und zu schauen, wie der Bug auf das Wasser klatscht. Tja, und ungefähr so fühlte sich dann auch mein Magen an. Gut, dass wir Tabletten gegen Seekrankheit dabei hatten...die sooo müde machten. Irgendwann gingen wir auch in unsere Kojen...und schwankten dort weiter. Mitten in der Nacht gab es einen lauten Knall...und zwar waren das die Tische und Stühle des Speiseraumes, die umgefalllen waren...und die rutschten noch etwa bis 4 Uhr morgens hin und her. Dann waren wir wieder in den Kanälen...und es wurde ruhig. An diesem Tag machten wir Halt in Puerto Eden, einem Ort mit 250 auf der Insel Wellington. In dem Ort leben noch eine Reihe von Ureinwohnern vom Volk der Kawéskar.

 

Und so erkundeten wir die "Verkehrs"wege der Insel, die aus Holzstegen bestanden, da es sehr morastig war. Von einem kleinen Aussichtsturm konnten wir einen Blick über fast unberührte Landschaft werfen, in die sich dieser kleine Ort einschmiegte. Wieder zurück an Bord genossen wir eine ruhige Weiterfahrt und schauten Landschaft und Leuchttürme. Nun brach auch schon unsere letzte Nacht an, eine ganz ruhige. Der nächste Tag begann wieder mit Sonnenschein und überraschte mit einem Abstecher zum größten Gletscher Südamerikas mit dem einfallsreichen Namen PIO IX. Sein Name sagt absolut nichts über sein gigantisches Aussehen aus. Bombastisch!

   

Da liefen wir auch schon in den Hafen von Puerto Natales ein...verabschiedeten Ute, die im Torres del Paine trekken wollte und fuhren weiter bis nach Punta Arenas...an der Magellanstraße. Das war schon ein großartiges Gefühl dort zu sein. "Erwähnungswert" ist vor allem unser Hostal, so viele Plastikblumen habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen...und auch die Frühstücksbrötchen waren mit Plastikfolie abgedeckt. Bei Regen kamen wir an, der nächste Tag begrüßte uns mit heftigstem Wind, so dass wir uns kaum auf den Beinen halten konnten...aber am nächsten Tag konnten wir einen Ausflug zur Isla Magdalena machen, auf der etwa 150000 Magellanpinguine leben. Die Jungtiere waren im November geschlüpft und watschelten noch halb beflaumt um die Brutlöcher herum. Das war ein herrliches Treiben und die Zeit ging viel zu schnell herum...

   

Und nun ging es nach Tierra del Fuego, nach Ushuaia, auf der Seite Argentiniens. Die Fahrt auf der Magellanstraße, die recht überraschend kam, war fast noch schlimmer als die Ausfahrt auf den Pazifik...und als ich zwischen dem Bus und einem LKW lief, hatte ich schon ein wenig Angst, dass die durch die hohen Wellen einfach verrutschen und ich dazwischen stecke. Brrrrrr! Naja, aber wir mussten darüber, um nach Feuerland zu kommen. Und da waren wir dann, FEUERLAND...fuhren durch steppenähnliches Gebiet und sahen Nandus und Guanacos, bis wir in ein recht bewaldetes Gebiet kamen, in dem blau glitzernde Seen lagen. Plötzlich waren wir auch schon in Ushuaia...natürlich im Regen. Als wir ausstiegen, sahen wir nicht viel, aber am nächsten Morgen entdeckten wir die schneebedeckten Berge rings um die Stadt und davor den Beagle-Kanal. Nun war ich also ganz im Süden Südamerikas, da kommt nur noch Kap Horn und dann schon die Antarktis...

   

Natürlich musste die Gegend erkundet werden und so krabbelten wir an einem Tag nach oben ( Na gut, ein Stück fuhren wir mit der Seilbahn. ), um einen Gletscher zu sehen. Wir waren oben, sahen Schnee, aber keinen Gletscher. Ein Taxifahrer erzählte uns dann am nächsten Tag, dass es in den letzten Tagen so viel geschneit hatte, dass der kleine Gletscher ganz bedeckt ist. Aber so genossen wir den Schnee. Ich konnte mir natürlich nicht verkneifen, Annette und Jule mit Schneebällen zu bewerfen...und außerdem gab es da eine tolle Stelle, wo ich cool schlittern konnte...

   

Natürlich gab es auch Museen zu schauen und da mein Interesse den ursprünglichen Einwohnern dieses Gebietes gehört, besuchte ich das Museo Yamana, ein Volk der Tierra del Fuego. Eindrucksvoll wurde die Geschichte geschildert und wie verhängnisvoll die Ankuft der Europäer war. Mit all den Informationen geht man noch aufmerksamer durch das Land. Der Nationalpark Feuerlands zeigte sich an einem sonnigen Tag von seiner schönsten Seite: strahlendblaue Seen vor schneebedeckten Bergen. Wälder mit verschlungenen Wegen,...und dem Riesenspecht. Es ist schon ein besonderer Platz, dieses Feuerland. Das entdeckten wohl auch sämtliche Kreuzfahrtgesellschaften, denn jeden Tag waren andere Schiffe zu sehen, die ihre Menschenmassen in Ushuaia "auskippten"...ach ja, und es gibt zwei irische Pubs dort...aber kein Guiness...

 

 

Nach diesen schönen Tagen auf Feuerland trennten sich unsere Wege. Annette und Julia fuhren zum Trekken in den Torres del Paine und ich blieb in Argentinien. Zuerst führte mich mein Weg ein kleines Stück weiter auf Feuerland und ich landete in Tolhuin, einem kleinen Dorf. Dort kam ich in einer Herberge unter, wo ich ein Vierbettzimmer allein bewohnte und auch der einzige Gast in dem ganzen Hostel war...also alles ganz in Ruhe. Die Gegend war nur zu Fuß zu erkunden und so machte ich eine Wanderung zum See und entdeckte so verschiedenste Kuriositäten...und wurde mit einem herrlichen Sonnenaufgang verabschiedet. Während der Überfahrt auf das Festland wurde die Fähre von in den Wellen spielenden kleinen Delfinen, den Toninas, begleitet.

       

Mein Weg führte mich nach Rio Gallegos und nachdem ich von Argentinien nach Chile und von Chile nach Argentinien mit ewigen Wartezeiten an den Grenzen hin- und hergereist war, kam ich in Rio Gallegos an. Dorthin hatte es mich verschlagen, da im Reiseführer etwas von 14 m Tide gelesen hatte...aber diese nicht zu sehen war...nur ein Strand mit hoher Mauer drumherum. So suchte ich bald meinen Weg weiter in Richtung Norden, um nach Sarmiento zu kommen, wo es einen nationalpark mit versteinerten Araukarien gab. Halt machte ich in einer der reichsten Städte Argentiniens, der Erdölstadt Comodora Rivadavia. Von dort ging es durch die Pampa, aus denen die Erdölpumpen wir kleine Monster herausschauten, weiter in den beschaulichen Ort Sarmiento. Ja, und nun ging die Suche los. der Ort ist nicht für Touristen ohne Autos gedacht und somit blieben mir die Füße...und ein Taxi zum Nationalpark, aber entgehen lassen wollte ich mir das nicht. Das einzige Problem war der Wind in diesen Tagen. Als ich den Park besuchte, wehte dieser mit Spitzengeschwindigkeiten von 150 km/h durch die Gegend. da haute es mich doch an einer Ecke voll von den Beinen. Irgendwann zog ich dann auch meine Regenhose drüber, weil die kleinen Sandkörnchen ganz arg wehtaten. Dick eingemummelt kämpfte ich mich aber durch den Park und entdeckte die überall verstreuten versteinerten Bäume und eine toll geformte Landschaft.

   

Nun war es auch schon Zeit, die kleine Oase zu verlassen und ich fuhr nach Perito Moreno ( nicht zu verwechseln mit dem Gletscher ). Na das war ein Nest!!! Aber es eröffnete die Möglichkeit, nach Los Antiguos, einer kleinen Kirschenoase am Lago Buenos Aires, und zur Cueva de las Manos zu fahren. Am nächsten Morgen gabelte mich ein kleiner Touribus auf und holperte mit uns Passagieren auf unbefestigter Straße zweieinhalb Stunden in Richtung Höhle. Es stellte sich heraus, dass es gar keine Höhle war, sondern eher ein vorhängender Felsen, auf dem es undendliche viele Umrisse von Händen ( auch mal eine mit 6 Fingern ) und kleine Jagdszenen zu sehen gab. Die Malereien datieren von Zeit von 7000 bis 10000 vor Christus. Durch ihre Lage in der Schluchte des Río Pinturas, sind diese Malereien auch noch zusätzlich in eine wunderschöne Landschaft eingebettet. Ausgestattet mit Helm machte sich unsere Gruppe auf zu einer tollen Führung entlang der Malereien.

     

Nach der Besichtigung ging es in unserem kleinen Bus weiter zu irgendeinem kleinen Ort in der Pampa, wo uns schon ein Bus erwartete, der uns auf der berüchtigten Ruta 40 weiter nach El Chalten brachte. Ewig dauerte die Fahrt, da wir nur über unbefestigte Straße hoppelten. Ein Halt an der Estancia Siberia ( siehe Bild oben ) sagt doch alles. Und ich landete irgendwann spät nachts in El Chaltén, dass sich mit seinen 500 Einwohnern die Haupstadt des Trekking nennt. Ein kleines Hostal sollte mein Zuhause für 9 Tage werden. Dann gingen sie los, die Tage des Trekkens...und wie das so mit Bekanntschaften auf der Ruta 40 ist, wandert man nicht allein. So bewegte ich mich in holländischer, australischer und chilenischer Gesellschaft...natürlich alle mit Fotoapparat. Das war auch ganz wichtig, denn die Sonne strahlte fast ständig und ließ mich tolle Blicke auf den Cerro Torre und den Fitz Roy werfen...

    

...und da es so schön war, gibt es hier noch Fotos: http://picasaweb.google.de/106930300918978923508/31ElChalten122212#  

Irgendwann erreichten auch Annette und Jule ziemlich verschnupft El Chaltén und machten sich gleich am nächsten Tag auf den Trekkingweg. Nach zwei Nächten Camping kehrten auch sie im Hostal ein...Nun wurde es aber Zeit weiter zu fahren...gar nicht so weit, nach El Calafate. Dort feierten wir dann zwei Mal hintereinander Geburtstag. Erst war Jule dran und dann Annette. Die Hostalfrau schaute schon ein wenig verwundert, als an zwei Tagen Geburtstagskuchen auf dem Frühstückstisch stand. Jule wollte an ihrem Geburtstag zum Gletscher Perito Moreno...und so machten wir uns auf, ein beeindruckendes Schauspiel von wanderndem Eis, seinem Krachen innerhalb und abfallenden Eisstücken zu bestaunen. Gekrönt wurde das ganze von einer Eiswanderung auf dem Gletscher.

           

Annette wollte ihren Geburtstag auf einem Pferderücken verbringen, und zwar, weil sie das Wort dafür, CABALGATA, so toll fand. Nun denn. Wir fuhren mit einem kleinen Bus auf eine Estancia und wurden mit geübtem Blick eines Gauchos den Pferden zugeteilt. So hoppelten mein Pferd Cha Cha und ich immer schon hinterher. Das war nämlich voll das tranquile Pferd. So blieb aber wenigstens Zeit, mal von der Calafate, einer Beere, nach der der Ort benannt ist, zu kosten. Am Nachmittag schauten wir dann Flamingos in der Lagune der Stadt, die an einer wunderschönen Margaritenwiese lag.

 

Nun trennten sich unsere Wege erst einmal. Jule nahm das Flugzeug nach Buenos Aires und Annette und ich den Bus. Wir hatten kurzfristig entschieden, einen Abstecher nach Buenos Aires zu machen. 43 Stunden im Bus und unsere Popos waren völlig platt. Irgendwann im Bus erfuhren wir von dem heftigen Erdbeben in Chile, dass im Süden heftigst gewütet hatte und selbst in Santiago Schäden anrichtete. Das war schon ein ziemlich komisches Gefühl und wir waren froh, im Bus zu sitzen und nicht in Santiago gewesen zu sein. Über Handy erfuhren wir dann auch, dass es allen Bekannten in Santiago gut ging. So konnten wir doch recht beruhigt in unserem Hostal im Stadtviertel San Telmo Quartier beziehen...und auch gleich bei einem Spaziergang Tangotänzer und Carnevalsfeierer bewundern.

       

So machten wir uns auf, die Stadt zu erkunden. Diesmal wieder sommerlich gekleidet, denn es war warm.  Wir besuchten das bunte Viertel La Boca, was im 19. Jahrhundert so bunt geworden ist. Einfach nur durch die Restfarben der Schiffsindustrie, die auf Häuser und Dächer gestrichen wurden. Wir besuchten verschiedenste Kunstmuseen, machten eine Stadtrundfahrt, verweilten im botanischen Garten, machten einen Ausflug nach Uruguay in das portugisisch geprägte Städtchen Colonia, fuhren mit einem Boot auf dem Flussdelta von Tigre...und nahmen natürlich Tangounterricht. Und das nicht nur einmal und mit viel Eifer. Echt schön!!! In einer Milonga mit Lifemusik schauten wir uns dann auch gleich an, wie das irgendwann mal aussieht  ,-)))

 

 

Leider machte ich hier das erste...und hoffentlich letzte Mal...Erfahrung mit kleinen Tierchen im Bett, den kleinen, fiesen Bettwanzen. Mit etwa 100 Stichen verließ ich das Hostal. Ich glaube, die haben sich 'nen Keks gefreut, dass sie zwei Nächte an mir rumnuckeln konnten. Nach der ersten Nacht dachte ich nämlich, dass es Mückenstiche seien, da Annette nichts hatte und so blieben wir. Ich bin wohl ein gutes Insektenebwehrmittel für andere.

Buenos Aires zu entdecken war einfach nur schön. Es ist eine lebendige Stadt mit viel Musik und Tanz. Die Porteños sind ganz offene und freundliche Menschen. Man fühlte sich einfach nur wohl in dieser Stadt. Irgendwann kam dann aber doch der Tag, an dem wir die Stadt verließen und Richtung Iguazu, zu den berühmten Wasserfällen fuhren. Wir machten mal wieder ein Nachtfahrt und kamen am Nachmittag des folgenden Tages in Puerto Iguazu an. Organisiert hatten wir alles schon in Buenos Aires, so dass wir nur noch im Hostal einchecken mussten und damit acuh klar war, wann unsere Tour starten sollte. Und dann gin es am nächsten Morgen auch schon in tropisch-feuchter Hitze los zu den Wasserfällen.

   

Wir entschlossen uns, die Wasserfälle auch von unten zu sehen...das teten wir dann auch. Ganz von unten und spürten ein wenig von der Kraft des herunterstürzenden Wassers...und wurden pitschnass. Naja, eine nette Abkühlung. Dann rasten wir noch bis zur Anlegestelle des Bootes, wo uns Horden von Schmetterlingen begrüßten, die an den Mineralien des Bodens saugten. Schon spannend: auf der einen Seite diese gigantischen Wasserfälle und auf der anderen diese kleinen leisen Tiere...

  

Am nächsten Tag ging es auf die brasilianische Seite der Wasserfälle. Wir überschritten die Grenze ohne langen Aufenthalt und gelangten an den groß aufgezogenen Eingang zu. Ein Fußweg führte uns zu Stellen mit schönen Ausblicken in Richtung argentisnische Seite und von hier war erst richtig das Ausmaß der Wasserfälle zu erkennen. Es ist ein riesiges Gebiet, wo Wasser an verschiedensten Stellen herunterfällt, mal mehr mal  weniger hoch. Und alles herum strahlt in einem frischen Grün.

 

Und nun hieß es, Argentinien Adios zu sagen, denn wir fuhren zurück nach Chile, nach Santiago...nach etwa drei Monaten fast ununterbrochenen Reisens...Aber um über zur Grenze nach Chile und dann weiter nach Santiago zu kommen, musste ein so was von steiler Pass überwunden werden ( Das Foto zeigt nur etwa das untere Viertel!!! ) ...

 

...und weiter auf der nächsten Seite!!!